Die direkte Verbindung mit dem  Eurasischen Markt

 

Die asiatischen Entwicklungs- und Schwellenländer (Developing Asia) und die Europäische Union (EU) rücken enger zusammen. Nicht nur die Handelsbeziehungen haben sich erheblich intensiviert, sondern auch die Finanzströme und die Direktinvestitionen. Außerdem wächst die Erkenntnis, dass beide Regionen ähnliche Zukunftsaufgaben bewältigen müssen, wie ein stärkerer Klimaschutz, die Behebung von Infrastruktur Defiziten als einem zentralen Wachstumshemmnis sowie der demografische Wandel. Die wirtschaftliche und institutionelle Integration ist in Europa – ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten innerhalb der EU – weiter vorangeschritten als in Asien. Dort gibt es aber auch auf diesem Gebiet neue Initiativen.

 

Erhebliche Zunahme des Handels

Vor dem Hintergrund eines langanhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs in den asiatischen Entwicklungs- und Schwellenländern (Developing Asia) stieg der Warenhandel zwischen diesen Ländern und der EU im Zeitraum 2000–2014 nominal von 344 auf rund 1.250 Mrd. USD, d.h. um das 3,6-fache. Abgesehen vom Handelseinbruch im globalen Krisenjahr 2009 sowie einer temporären Schwäche 2012 erfolgte die Zunahme des Handels stetig. Schon für sich genommen ist dies eine bemerkenswerte Entwicklung. Hinzu kommt jedoch, dass der Handel zwischen diesen beiden Wirtschaftsräumen sogar stärker wuchs als der Welthandel. Der wichtigste Handelspartner der EU in Developing Asia ist China, der betreffende Anteil am gesamten gemeinsamen Warenaustausch stieg zwischen 2000 und 2014 von 19% auf hohe 47 %. Trotz dieser zunehmenden Dominanz Chinas wäre es aber unangemessen, die Handelsbeziehungen der beiden Regionen nur (oder weit überwiegend) auf China verengt zu interpretieren. Denn auch der Handel ohne China nahm seit 2000 um beachtliche 136 % zu.

 

Direktinvestitionen mit Potenzial nach oben

Grundsätzlich besteht die Frage, wie das Defizit der Developing Asia-Region (welches ohne Chinas Währungsreserven besteht) finanziert wurde bzw. wird. Eine Quelle dafür sind Direktinvestitionen (FDI). Direktinvestitionen gelten als besonders hochwertige Finanzierungsquelle. Sie stellen naturgemäß eher langfristige Engagements dar, die Umschichtungen und schnellen Kapitalabflüssen weniger unterworfen sind als Portfolioinvestitionen. Entsprechend der Diagnose, dass Developing Asia Kapitalzuflüsse benötigt, sind in der Vergangenheit erheblich mehr Direktinvestitionen von der EU nach Asien geflossen als umgekehrt. Entsprechend deutlich unterscheidet sich der jeweilige FDI-Bestand. Trotzdem sind auch die FDI-Positionen von Developing Asia in der EU bemerkenswert: Sie nahmen im Zeitablauf zu und haben über 100 Mrd. USD erreicht.