Seidenstrasse

 Aus dem alte Sprichwort "Alle Wege führen nach Rom" könnte bald "Alle Wege führen nach Peking" werden. Nicht unbedingt, wenn man die nebenstehende Karte schaut (klicken zum Vergrössern).

Die im September und Oktober 2013 vorgestellte Belt and Road Initiative (BRI) ist Chinas ehrgeizigster Infrastrukturplan - ein Plan, an dem mehr als 60 Länder in Asien, Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika beteiligt sind.

Die "Seidenstraße" oder Chinas Gürtel- und Strasseninitiative (kurz OBOR) ist eine der ehrgeizigsten der Außen- und Wirtschaftspolitiken von Präsident Xi. Das Konzept zielt darauf ab, die wirtschaftliche Führung Pekings durch ein umfangreiches Programm des Infrastruktur Ausbaus in Chinas Nachbarregionen zu stärken.

Viele außenpolitische Analytiker betrachten diese Initiative vor allem durch eine geopolitische Brille und sehen darin den Versuch Pekings, einen politischen Einfluss auf seine Nachbarn zu gewinnen. Es besteht kein Zweifel, dass dies ein Teil von Pekings strategischer Berechnung ist, aber nur ein Teil. Wir, die AEC Group, argumentieren jedoch, dass einige der Haupttreiber hinter OBOR sind größtenteils von den drängenden wirtschaftlichen Sorgen Chinas motiviert. Eines der vorrangigen Ziele von OBOR ist es, Chinas zunehmende regionale Verzweiflung bei der Modernisierung der Wirtschaft des Landes anzupacken. Peking hofft, dass sein transnationales Infrastruktur Bauprogramm das Wachstum in Chinas unterentwickeltem Hinterland und dem Rostgürtel so angekurbelt wird. Die Initiative wird einen starken inländischen Fokus haben. Die chinesische Regierung will OBOR auch als Plattform nutzen, um die chronischen Überkapazitäten des Landes anzugehen. Allerdings geht es dabei mehr darum, leerstehende Fabriken in die Provinzen zu migrieren, als den Überschuss von Produkten zu reduzieren. Einer der am wenigsten verstandenen Aspekte von OBOR ist Pekings Wunsch, diese Initiative zu nutzen, um Chinas technologische und technische Standards zu exportieren. Chinesische Politiker sehen es als entscheidend an, die Industrie des Landes zu verbessern.

OBOR wird die Entstehung von sechs großen Wirtschaftskorridoren sehen. Der Aufbau von Verkehrs- und Informationsinfrastrukturen wird die Entwicklung von Energie- und Industrieclustern entlang dieser Wirtschaftskorridore ermöglichen.

Das OBOR ist positiv für die Entwicklungsländer und eine Chance, ihren physischen Infrastruktur Bestand zu verbessern. Die Initiative wird auch dazu dienen, den Privatsektor in vielen Ländern zu stärken, positive Spill-over-Effekte über die ursprünglichen Projekte hinaus zu schaffen und weitere Investitionen zu erleichtern.

Asien und Europa werden von dieser Entwicklung profitieren und "One Belt - One Road" wird nicht nur Arbeitsplätze für Hunderttausende von Menschen schaffen, sondern es wird auch ein enormer neuer Wirtschaftsmarkt entstehen.

Diese Perspektive wird die inländischen politischen und wirtschaftlichen Ziele Chinas erfüllen, aber der globale Erfolg wird diese Perspektiven in den Hintergrund drängen.